PIAZZA ERCOLE

Piazza Ercole (Herkulesplatz) befindet sich im Herzen des historischen Zentrums von Tropea (1). Sie verbindet sich mit dem Corso und den Straßen, die einst zu den alten Stadttoren führten: Via Roma führte zur Porta del Mare und Via Indipendenza zur Porta Vaticana. Der Name dieses Platzes steht zu Ehren von Herkules (im Griechischen Herakles), dem mythischen Held, der Tropea gegründet hätte (2).

Diese alte Tradition bezieht sich auf die Quellen von Strabo, Plinius dem Älteren und Dionysius von Halikarnassos und verband die mythische Gründung Tropeas mit dem berühmtesten Helden des Klassizismus. Nach seinen zwölf Heldentaten und dem Sieg gegen den Giganten hätte der griechische Halbgott die kalabresische Ufer besucht und hier endlich ausgeruht. Daher gaben Historiker und Geographen diesem Küstenabschnitt den Namen Forum Herculis, d.h. der Hafen von Herkules (3).

DER ALTE RATSITZ

Das Gebäude gegenüber der Piazza Ercole ist der Antico Sedile dei Nobili („alter Adelsrat“) oder von Portercole (4). Er wurde 1703 an der Stelle der alten Regia Bagliva (normannisch-schwäbischen Verwaltungspalast) erbaut und war der alte Sitz des adeligen Verwaltungslebens von Tropea und der angrenzenden Gebiete. Heute gehört er der Stadt. Im Erdgeschoss ist der Sitz des Kulturvereins Pro-Loco, während im Obergeschoss, das sich auf die schöne Veranda öffnet, eine Fotoausstellung über den berühmten tropeanischen Schauspieler Raf Vallone stattfindet. Im Erdgeschoss befanden sich einst auch Puttenbrunnen (5).

Unter der 1892 hinzugefügten Uhr hängt das alte Marmorwappen des Rats Portercoles (6). Links sieht man den nemëische Löwe (Herkules‘ erste Heldentat), rechts die besiegte Hydra von Lerna.

In der Mitte hält ein in heraldischer Position gekrönter Löwe eine Keule (Herkuleswaffe). Endlich umgibt die aragonische Krone das Stadtwappen mit einer arabische Phönix – ein Symbol für die berühmte Berufung Tropeas, aus Erdbeben, Bränden, Belagerungen und Plagen aufzustehen. Dieses letzte Element trägt ein Band mit der Aufschrift: Renovant Incendia Nidos – die Feuer erneuern die Nester (7).

PASQUALE GALLUPPI

Pasquale Galluppi (Tropea, 2. April 1770 - Neapel, 13. Dezember 1846), Freiherr von Cirella (Sizilien) und Adlige von Tropea, gab seiner Familie und Tropea großen Ansehen (8). Als er dreizehn war, besuchte er den philosophischen Grundkurs am Bischofsseminar von Santa Lucia del Mela; mit achtzehn Jahren begann er sein Studium der Rechtswissenschaften in Neapel aber er zog es vor, Theologie zu studieren. 1794 heiratete er Barbara d'Aquino; das Paar bekam vierzehn Kinder, acht Jungen und sechs Mädchen. 1807 veröffentlichte Galluppi in Neapel Sull’analisi e la sintesi (Über Analyse und Synthese); während der Aufstände des Jahres 1820 schloss er sich der liberalen Sache an, unterstützte die Verfassungsreform des Staates und protestierte gegen die repressive Intervention der Österreicher. Endlich ging er zurück zu den Bourbonen. Ab 1831 war er Professor für Logik und Metaphysik an der Universität von Neapel; er war Mitglied der Akademien: Sebezia und Pontaniana in Neapel, der Affaticati in Tropea, des Crotalo in Catanzaro, der Florimontana in Monteleone (heute Vibo Valentia) und der Accademia Cosentina. Sein größter Verdienst war es, in Italien das Studium der europäischen Philosophie, insbesondere der Lehre Kants, eingeführt zu haben.

Die Lettere filosofiche ("Philosophische Briefe") waren der erste italienische Aufsatz über die Geschichte der modernen Philosophie. Galluppis Verdienste brachten ihm große Auszeichnungen ein, darunter die Verleihung der Ehrenlegion, die ihm von König Louis-Philippe von Frankreich und von Franz I. von Österreich verliehen wurden. 1883 wurde in Tropea ein Marmordenkmal zu Ehren von Pasquale Galluppi errichtet (9). Das ist seine Inschrift:

An
Pasquale Galluppi
Er erwacht die philosophische Aktivität und das Studium des menschlichen
Bewusstseins
in Italien, das mit dem Leben des Denkens zum Leben der Nation auferstand
Die dankbare Heimat

(Augusto Conte 1885)

Pasquale Galluppi sind auch die Internatsschule und das Gymnasium in Catanzaro sowie das Gymnasium in Tropea gewidmet.

Progetto realizzato dagli studenti della classe IV
del Liceo Classico "P.Galluppi" - Anno 2018/2019
Tutor: Dott. Dario Godano
Traduzioni: Prof.ssa Luigina Rovito,
Prof.ssa Francesca Ottavio, Prof.ssa Franca Medile