PORTA VATICANA

An diesem Ort (1) stand die Porta Vaticana („Vatikanisches Tor“) mit der angrenzenden Vatikanischen Bastion. Man konnte es durch eine Zugbrücke (später durch einen Steinweg ersetzt) auf einem fünfzehn Meter hohen Viadukt erreichen (2). Die Brücke hatte drei in den Felsen gehauene Rundbögen. Am zweiten Rundbogen wurde ein befestigtes Vortor gebaut (3). Vor der Gründung der Porta Nuova („Neues Tor“, 1783-85) war die Porta Vaticana der einzige Eingang in die Innenstadt. Tropea hatte eigentlich noch einen Eingang: die alte Porta di Mare („Meerestor“).

An den Mauern befand sich ein großer Rundturm aus der Zeit Ferdinands des Katholiken. Dieser Turm, der „aragonesisch“ genannt wurde, war mit Kanonen und Schießscharten ausgestattet. Das ganze Befestigungssystem wurde um 1875 abgerissen. Zwei hohen Verwalter wurden monatlich beim Rat von Portercole (dem Parlament der Adligen) gewählt, um die Schlüssel jeder Tür zu bewachen. In Kriegszeiten und bei äußeren Gefahren (Unruhen, Plagen) wurden die Schlüssel direkt dem königlichen Gouverneur anvertraut. In Friedenszeiten blieben die Türen tagsüber offen, während sie nach dem Sonnenuntergang geschlossen waren. Ganze Teile der Stadtmauer haben die verschiedenen Abbrucharbeiten überlebt. Sie wurden in den verschiedenen Gebäuden um der heutigen Via Margherita di Savoia eingefügt. Noch heute ist es möglich, den Abschnitt der alten Mauern vom Anfang des Corso bis zum Largo Villetta del Cannone zu erkennen.

DIE BURG VON TROPEA

An der Stelle der alten Burg befindet sich heute der Palazzo Toraldo-Serra. Die Burg erstreckte sich auf einer felsigen Masse einer Höhe von fünfzehn Metern, die noch heute zur Marina führt (4). Die mächtige trapezförmige Festung mit vier Ecktürmen, zwei Gärten mit einer alten Kirche, die sich an die Mauern lehnt und der Santa Maria del Bosco geweiht ist, hatte auch einen Hauptturm und einen zentralen, etwa 30 Meter hohen Turm, der „Torre Lunga“ genannt ist (5).

Im Laufe der Jahrhunderte machte dieses Verteidigungssystem Tropea uneinnehmbar und wurde immer wieder als Gefängnis und Sitz des königlichen Gouverneurs benutzt. Die älteste Phase der Stadtmauer reicht bis zum Meertor und zum Vatikanischen Tor. Diese geht auf die Zeit des unter dem byzantinischen General Belisario griechisch-gotischen Krieges (535 n.Chr.) zurück. Die einzigen Spuren findet man entlang der Straße, die zur Marina führt, und vom Garten neben dem Palazzo Toraldo-Serra bis zur Kathedrale.

Ein drittes Tor, die Porta Nuova, wurde nach dem Erdbeben des Jahres 1783 gebaut. Das ist der heutige Anfang des Corso. Zwischen 1825 und 1876, während des Abrisses der Burg, fand man mehrere frühe christliche Grabbeigaben (5. Jahrhundert n.Chr.) mit den Namen der Ordensleuten, wie Monses Pressbiter(6) und Leta Pressbitera(eine Priesterin!) (7) und Hirene Conductrix Massae Trapeianae (8), der ersten Bestätigung des Namens Tropea.

I TRI DA CRUCI“-FEST

Am 3. Mai jedes Jahres findet das älteste Fest Tropeas in Via Umberto I statt: "I TRI DA' CRUCI" („die drei des Kreuzes“). Trommelwirbel und bunte Fahnen zeigen, dass es ein wichtiger Feiertag ist. Die Bürger schmücken ihre Balkone mit Tüchern und Blumengirlanden. Es erinnert an den Triumph des Heiligen Kreuzes, das in einer ehemaligen zylindrischen Kirche mit drei Kreuzen, am Anfang der Via Umberto I, gefeiert wurde. Diese Stadtviertel war der Wohnort von Schmiede und Handwerker. Die Gläubigen beteten dreimal um sie herum, um die Gnade zu erhalten. Die Kirche wurde vom Erdbeben im Jahre 1783 beschädigt und von einem starken Sturm 1875 endgültig zerstört. Einige Gläubigen sammelten die „Drei Kreuze“ und stellten sie in der nahen Michaelskirche auf. An der Stelle der Kirche bauten sie einen kleinen Votivschrein (9).

Das Fest ist reich an Bedeutungen und Symbolen, an heidnischen und christlichen Riten, die die Tradition bis in die Gegenwart gebracht hat. Während des 3. Mai gingen die Kinder der Stadt von Haus zu Haus und in den nahen Gärten auf der Suche nach brennbarem Material, um einen großen Haufen gegen Ende des Viertels zu füttern. Nach Sonnenuntergang beginnen die Feierlichkeiten mit Feuerwerk, Volksspielen und dem Anzünden des großen Lagerfeuers. Diese Rituale erinnern an die heidnischen Riten zu Ehren von Demeter und Persephone und vor allem an die der Göttin Pale gewidmeten Lagerfeuer, die den Wechsel der Jahreszeit vom Frühjahr auf den Sommer feierten.

In den vergangenen Jahrhunderten, zu verschiedenen Zeiten und über lange Zeiträume hinweg, hielten arabische und türkische Piraten dieses Gebiet unter ihrer Herrschaft. Sie ritten auf dem Rücken eines Kamels durch die Straßen und säten Terror.

Die Bürger von Tropea vertrieben sie aus der Stadt und zündeten ihre Schiffe an. Unter dem Kommando des tropeanischen Oberst Gaspare Toraldo zogen 1200 Kalabrier ab und kämpften in der Schlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571. Um diese Ereignisse zu feiern, bereiten die Tropeaner am 3. Mai Pappschiffen vor und füllen sie mit Feuerwerk (10). Ein wunderbares Spektakel aus Licht und Farben kann man endlich während des Festes genießen (11).

Typische Spiele (12) werden auch abgehalten; darunter das Sackhüpfen und die Wettstreite der scharfen Pasta und der Pignatas (13). Am Ende des Abends tanzt ein mit Feuerwerkskörpern gefülltes Kamel zum frenetischen Rhythmus der Trommelklänge und der Tänze. Den alten Feind wird endlich so verspottet (14).

Progetto realizzato dagli studenti della classe IV
del Liceo Classico "P.Galluppi" - Anno 2018/2019
Tutor: Dott. Dario Godano
Traduzioni: Prof.ssa Luigina Rovito,
Prof.ssa Francesca Ottavio, Prof.ssa Franca Medile